Presse
10.08.2016, 10:30 Uhr
„Der Meisterbrief ist ein Qualitätsmerkmal des Handwerks“
MU-Kreisvorsitzende Petra Fürst-Zimmermann für eine Wiedereinführung der Meisterpflicht – Ausbildungssituation im Chiemgau sehr angespannt
Die Mittelstands-Union Traunstein spricht sich für eine Wiedereinführung der Meisterpflicht für alle Handwerksberufe aus. „Der Meisterbrief ist ein Qualitätsmerkmal unseres Handwerks und sollte wieder eingeführt werden“, fordert Petra Fürst-Zimmermann, Kreisvorsitzende der MU im Chiemgau: „Die Meisterpflicht wurde vor zwölf Jahren bundesweit und in 53 Handwerksberufen abgeschafft. Seitdem ist die Ausbildung im Handwerk regelrecht eingebrochen.“ Die negativen Auswirkungen auf die Ausbildung spürt das heimische Handwerk im gesamten Landkreis.
„Wir müssen den Trend zur Akademisierung stoppen und stattdessen das System der dualen Ausbildung stärken“, fordert denn auch Petra Fürst-Zimmermann eindringlich. Und: „Die Meisterpflicht für neu gegründete Unternehmen ist in den Berufen wieder einzuführen, in denen das verfassungs- und europarechtskonform möglich ist.“ Dabei müsse der Gesetzgeber in der Handwerksordnung die Begründung für die Meisterpflicht verändern und mit dem Gemeinwohl argumentieren. Darüber hinaus spricht sich die MU-Kreisvorsitzende dafür aus, an eine bundesweite Einführung des Berufsabiturs und Zugangsmöglichkeiten für Meister zu Master-Studiengängen nachzudenken. Auch die Berufsbildungs- und Kompetenzzentren sollten stärker von Bund und Ländern gefördert sowie die Leistungen beim Meister-BAFöG erhöht und Meisterschulen regelmäßig nach bundesweiten Standards evaluiert werden.